Pflanzenwerkstatt Grafenweiden

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"Unbekanntes Engelhartstetten" 

BONAPARTEN-BUCHE



Frei nach dem alten Spruch "Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gesuchte wächst so nah" habe ich dem wiederholt gehörten Hinweis (und Erhaltungswunsch - leider ohne nähere Standortbeschreibung) älterer Gemeindebürger über die Bonaparten-Buche im Niederweid´ner Wald ernst genommen. 

Kulturhistorisch interessiert und neugierig auf den Baum, wurde der Laubmischwald östlich des Schlosses im immer größeren konzentrischen Kreise abgesucht. Meine Phantasie ging von einem längst überwachsenen/in den Bestand eingewachsenen Baum oder Baumfragment aus. Es fand sich aber weder eine Rotbuche (Fagus silviatica) noch eine, im Marchfeld kurz als "Buche" titulierte Hainbuche (Carpinus betulus), die auch nur entfernt als "Bonaparten-Buche" angesehen werden hätte können. Rotbuche fand sich überhaupt keine. Auch nicht in Resten (Stock, ausgemoderter Stock, o.ä.). Aufgaben, Krankheit und Alltag liessen die Frage vergessen. 

Die neu restaurierte Darstellung der "Besonderheiten" in den Katastralgemeinden von Engelhartstetten, geschaffen von Fritz Kreiner, zeigt(e) nunmehr deutlich einen Baum rechts neben dem Schloß Niederweiden. Oral history Aktivitäten mit Fam. EBM liessen die Frage wieder aufleben. Berichtet wurde von einem Wandertag bei der die Buche neu gesetzt wurde, weil die frühere Buche altersbedingt untergegangen ist. 

Das neben einem Schloss oder in einem (alten) Schlosspark (alte) Bäume wachsen, die botanisch nicht den üblichen, regional vorkommenden Arten zuzurechnen sind, ist eigentlich nichts Besonderes. So wurde der Baum mit kugelförmiger Krone, der einsam südlich, ausserhalb der Schlossmauer in einer Wiese stockt, auffällig. Sieh da, es ist der gesuchte Baum. Eindeutig "Rotbuche" und - eine verwitterte, gut fundamentierte Holztafel, verweist auf die 1979 erfolgte Nachsetzung anlässlich eines "Wandertages" unter Bürgermeister Matthias WINDISCH und bezeichnet den Baum, ebenfalls schon fast unlesbar, als "BONAPARTEN-BUCHE".

Zu Zeiten als nicht nur in der Engelhartstettner Volksschule der Lehrplan noch den Gegenstand "Heimatkunde" vorsah, und das ist noch nicht so lange her (noch Jahrzehnte in der 2. Republik gelehrt und kein Überbleibsel des "1000jähren Reiches") erfuhren die Schulkinder von solchen besonderen Orten, sowie den dazugehörigen Sagenüberlieferungen, in ihrer Gemeinde. "Nobody knows" in den jüngeren Generationen.

Dass ich anfallenden Fragen "auf den Grund" gehe, ist nichts Neues. So fand sich einerseits die Sage und andererseits der Hinweis auf einen, in Graz lebenden Bibliothekar und Heimatforscherm nämlich Schukowitz, Hans (1863-1922). 

In der "Zeitschrift des Vereins für Volkskunde.(Neue Folge der Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft,

begründet von M. Lazarus und H. Steinthal.), im Auftrag des Vereines, Karl WEINHOLD, 9. Jahrgang 1899 findet sich ab Seite 377 die Arbeit "Kriegs- und Schlachtensagen aus dem Marchfelde; mitgeteilt von Dr. Hans Schukowitz." in der auch die Sage von der BONAPARTEN-BUCHE niedergeschrieben ist:

"14. Die Bonapartenbuche.

Im Wald ausser Engelhartstetten zeigt einem jedes Kind die alte Bonapartenbuche, einen Riesenbaum, dessen Krone aber durch Sturm und Blitz viel gelitten hat. In seinem Schatten soll im Neunerjahre die französische Generalität „gemahlzeit" haben. Napoleon war dabei. Da schlich durch das Dickicht eine zerlumpte Zigeunerin herbei und drängte sich mitten unter die Soldaten. „Was will das Weib?" fragte ein Marschall. „Wahrsagen! den hohen Herren wahrsagen!" wiederholte die Zigeunerin uneingeschüchtert. Schon funkelten ein paar Degen, da winkte der Feldherr, man möge es ihr gewähren lassen. Das Weib näherte sich und sagte zu Napoleon: „Ich kenn Dich nicht, aber Du hast viele Gewalt! Geh', zeig mir Dein Pulverhorn!" Der Feldherr reichte es ihr lächelnd. „Ei“, sprach sie dann, „für morgen wird das nicht langen!" Die Offiziere kicherten laut. Napoleon aber schwieg. „Nun, heb' mir einer den Hinterfuss seines Leibrosses", bat die Zigeunerin weiter. Es geschah. „O", rief sie entsetzt aus, „man wird ihm das arme Tier unter dem Leibe töten!" Und wiederum lachte die Runde. Napoleon blieb ernst. „Du zweifelst?" fuhr das Weib kühn fort. „Nun weiss ich, wie Du heisst und wer Du bist. Reich mir Deine Rechte!" Willenlos that es der Kaiser. Die Zigeunerin besah seine Schicksalslinien, plötzlich liess sie seine Hand fahren und rief enteilend: „Unglücklicher, Du verlierst die Schlacht!" Napoleon erfasste plötzlich Zorn, er griff hastig nach seinem Dolch und schleuderte ihn der Fliehenden nach. Dieser verfehlte aber sein Ziel und blieb in einem Buchenstamme haften. Tags darauf unterlagen die Franzosen thatsächlich bei Aspern und Esslingen. Die Dolchwunde in der Baumrinde will aber bis heute nicht vernarben.

ANMERKUNG: [In der Schlacht bei Aspern und Esslingen am 21. und 22. Mai 1809 verlor Napoleon. Über 15 000 Franzosen deckten die Wahlstatt, darunter der Marschall Lannes. Um den Hunger zu stillen, schlachtete man Pferde, den Durst löschte man mit dem schlammigen Wasser der Donau, auf dem Tausende von Leichen vorüberschwammen. Über den Napoleontisch in Deutsch-Wagram s. diese Zeitschr. 1898, S. 48 und über Napoleonsitz Beck, Die röm. Strassen Regenburgs. München 1894. S. 17f.]"

Über Hans Schukowitz und weitere Sagen zu Bäumen, Wäldern und den Katastralgemeinden Engelhartstettens wird gesondert berichtet.

AUFRUF: Wer hat Erinnerungen an den früheren Baum? Wer hat Fotos dieses Baumes? Wer war beim Setzen 1979 dabei? Wer hat dieses Ereignis fotographisch dokumentiert? Wer hat noch die damals ausgegebene Erinnerungsprägung zu Hause? 

Wir freuen uns auf Ihre Erinnerungen ... Bitte nehmen Sie mit dem Team der Pflanzenwerkstatt Grafenweiden Kontakt auf (Mail: pflanzenwerkstatt@forstkultur.at oder Tel.: 069910535356) Dank im Voraus!

Einladung Wandertag und Pflanzung vom 26.10.1979

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  • Ing. Georg Schicker, Sabine Haberhauer BA & Fö. Ing. Norbert Scholz

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Ein´I SCHAU´N "Selbsterfahrung"Ausflug, Führung, Tour, Gesundheit, Soziales
Datum der VeranstaltungSa, 22.08.2026
Uhrzeit der Veranstaltung14:00 - 18:00 Uhr
Anzahl der Folgetermine1 weitere Termine bis zum 19.09.2026
  • OrganisatorPflanzenwerkstatt Grafenweiden
  • VeranstaltungsstättePflanzenwerkstatt Grafenweiden
  • AdresseGrafenweiden 1, 2292 Engelhartstetten
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„NATUR-& SELBSTERFAHRUNG“ Herbert PLOCHBERGER FÖRSTER, HYPNOSE-PSYCHOTHERAPEUT, PENSIONIST EIN´I SCHAU´N...